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Mehdorn bekommt beim ICE massiven Gegenwind
Repräsentanten des Rhein-Neckar-Dreiecks sind empört über die Trassen-Pläne der Bahn

Von unserem Redaktionsmitglied Martin Tangl

"Die schlimmsten Befürchtungen sind eingetroffen." Wie bei Holger Schmid von der Mannheimer Liste ging dieser Seufzer gestern durch die Region, als die Deutsche Bahn AG ihre Unterlagen für die ICE-Trassenplanung bei den Regierungspräsidien in Karlsruhe und Darmstadt einreichte. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn setzt also weiterhin auf eine Neubaustrecke für Hochgeschwindigkeitszüge an Mannheim vorbei - und die Menschen im Rhein-Neckar-Dreieck sind empört.

"Die Region ist sich einig, dass die Verkehrsanbindung einer der wichtigsten Standortfaktoren dieses Lebens- und Wirtschaftsraumes ist", erklären übereinstimmend Mannheims Oberbürgermeister Gerhard Widder und der Vorsitzende des Raumordnungsverbandes Wolfgang Pföhler. Das Rhein-Neckar-Dreieck müsse auch künftig über den Mannheimer Hauptbahnhof an die leistungsfähigsten Zugverkehre und damit an die neuen Schnellbahntrassen angebunden bleiben. Da rechnen Widder und Pföhler auch mit der Unterstützung durch Ministerpräsident Erwin Teufel und betonen: "Er hat niemals Zweifel daran gelassen, dass die Landesregierung von Baden-Württemberg im Schulterschluss mit Stadt und Region die direkte und volle Anbindung Mannheims gefordert hat." Beide erwähnen die über 100 000 Unterschriften der Bürger bei der Aktion unserer Zeitung für den Erhalt und Ausbau des ICE-Knotens Mannheim.

Aber auch die Gewerkschaften gehen auf die Barrikaden. DGB-Kreisvorsitzender Max Nagel kündigt "entsprechende Maßnahmen" an und erklärt: "Wir können diese Entscheidung nicht akzeptieren, die Arbeiter in den Betrieben legen großen Wert auf die volle ICE-Anbindung Mannheims."

Der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus-Dieter Reichardt sieht das Thema "automatisch im Bundestagswahlkampf" und fordert den Bundeskanzler auf, "seinen Freund Mehdorn zur Raison zu bringen". Bisher habe Schröder "zur strukturpolitisch verheerenden Entscheidung" beharrlich geschwiegen. Fritz Kuhn, Bundesvorsitzender der Grünen, mischt sich ein: "Eine Bahn, die mit Hochgeschwindigkeit an den Menschen vorbei fährt, ist verkehrspolitisch unsinnig." Seine Parteifreundin im Landtag, Theresia Bauer, bezeichnet Mehdorns Pläne als "Schildbürgerstreich".