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ICE-Strecke kommt aufs Papier
Bahn will noch in diesem Jahr Raumordnung beantragen

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Pohlmann

Mannheim. Das Raumordnungsverfahren für die ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim soll noch in diesem Jahr eingeleitet werden. "Wir werden in den nächsten Wochen die Unterlagen einreichen", erklärte Hans-Josef Otterbein, Leiter der Projektgruppe Neubaustrecke bei der Deutschen Bahn AG, gestern in Mannheim. Anschließend prüfen die Regierungspräsidien in Darmstadt und Karlsruhe die Akten auf Vollständigkeit. "Wenn der Antrag dann in den Staatsanzeigern veröffentlicht wird, beginnt die Frist von 6 Monaten, in der der Antrag bearbeitet werden muss", so Otterbein.

Die Beschlüsse in den beteiligten Ländern Hessen und Baden-Württemberg sollen zur gleichen Zeit erfolgen. Anschließend beginnt das Planfeststellungsverfahren, das sich an den Ergebnissen der Raumordnung orientieren muss. Mögliche Auflagen etwa in Sachen Umwelt oder Lärmschutz fließen in die Planung ein. Bis dahin wird auch die Entscheidung über den endgültigen Streckenverlauf erfolgen.

Mannheims Oberbürgermeister Gerhard Widder hat gestern bekräftigt, Bahnchef Hartmut Mehdorn habe ihm eine "Prüfung der verschiedenen Varianten der Neubaustrecke in gleicher Tiefe und ergebnisoffen auch im Raumordnungsverfahren" zugesagt. Widder bekräftigte seine Forderung, Mannheim dürfe nicht von den schnellen Schienenverkehren der Zukunft abgehängt werden. Schützenhilfe erhielt das Stadtoberhaupt von Landesvater Erwin Teufel. Mannheim müsse der bedeutendste Bahn-Knotenpunkt im Südwesten bleiben und dürfe nicht zu einem bloßen Seitenast des Bahnnetzes verkommen, sagte der Ministerpräsident. Es sei richtig, dass die Variante durch den Lampertheimer Wald auch geprüft werde. Welche Strecke letzten Endes besser sei, könne man noch nicht abschätzen.