Ilvesheim. Eigentlich galt das Hauptaugenmerk der Feien
Wähler an diesen Abend im "Adler" der ICE-Trasse, doch
SPD-Bundestagsabgeordneter Lothar Binding gewährte den Gästen
auch einen Einblick in den parlamentarischen Alltag, streifte
die Finanzpolitik und die Steuerreform genauso wie die
weltpolitische Lage. "Es war eine Freude, Sie hier als Gast zu
haben", erklärte Günter Tschitschke, der Vorsitzende der FWV.
Denn Binding hielt keinen Vortrag, er beantwortete Fragen und
ließ sich so auf einen lebhaften Dialog ein.
Die brennendeste Frage galt natürlich der geplanten
ICE-Trasse. Wird sie nun an Ilvesheim vorbeiführen oder nicht?
Doch eine konkrete Antwort konnte auch der Parlamentarier
nicht geben. Fest stand für ihn aber: "Wir brauchen den ICE,
weil wir die siebtgrößte Region Deutschlands sind." Doch kann
man den Leuten die Belastung zumuten? Binding, der neben
seiner Tätigkeit im Finanzausschuss unter anderem auch in der
Parlamentarischen Gruppe "Bahn" mitarbeitet, weiß um die
Problematik von Ilvesheim. Angesichts von Autobahnen, Straßen,
Fluss und Kanal würde die Gemeinde mit der ICE-Strecke nur
noch einer Insel im Verkehr gleichen. "Ich meine, dass wir die
ICE-Strecke über den jetzigen Hauptbahnhof führen sollten!"
Doch die Bahn habe sich noch nicht für eine Trasse
entschieden, fügte er an. Er blicke zuversichtlich auf die
Planung der Bahn, dennoch sei Misstrauen gerechtfertigt. Aber
auch bei einer innerstädtischen Trassenführung gäbe es
Probleme.
Binding warf auch die Idee eines Regionalbahnhofs am
Knotenpunkt der Nord-Süd- und West-Ost-Verbindung auf. Hier
könne ein ganz neuer Bahnhof entstehen. Aber da waren sich die
Zuhörer einig: Ein neuer Bahnhof würde Mannheim ja ganz
abhängen. Doch gleich ob die Trasse nun kommt oder nicht - es
gelte, sich bereits im Vorfeld Gedanken über den Lärmschutz zu
machen. Die Bahn sehe die neue Strecke natürlich ganz im Sinne
der Netzoptimierung, doch der Planungsprozess sei noch offen,
es gebe derzeit keine Entscheidung. Und Binding gab sich
optimistisch: "Alles wird sehr genau untersucht."
wei